Ein sehr seltenes Vereinsjubiläum: Mit elf Jahren wurde Franz Clemens Mitglied beim damaligen Trommlercorps Oidtweiler. Heute ist er 87, Ehrenmitglied – und hat viel zu erzählen.

75 Jahre Vereinstreue, das ist ein sehr seltenes Jubiläum. Und 75 Jahre, das ist natürlich eine Zeitspanne, aus der der Jubilar eine Menge zu erzählen hat, wenn ihm beim Kameradschaftsabend die Jubiläumsurkunde überreicht wird. „Er wusste noch alles, und es wurden natürlich viele Erinnerungen wach, als er über seine Anfänge im damaligen Trommlercorps Oidtweiler, der heutigen Blaskapelle, berichtete“, beschreibt der heutige Vorsitzende Manfred Langert den Jubilar Franz Clemens, der sozusagen dafür gesorgt hat, dass Musik und Tradition Generationen verbindet.

Denn nicht nur er liebt die Musik, sondern auch seine Tochter Resi Männel und seine Enkelin Sandra Thelen waren an der Querflöte bzw. an Klarinette und Saxofon in der Blaskapelle Oidtweiler aktiv. Doch der Reihe nach: Genau genommen ist Franz Clemens in diesem Jahr bereits 76 Jahre Vereinsmitglied, denn aufgenommen wurde er direkt nach Kriegsende 1945. Die Ehrung konnte jedoch aufgrund der Coronavirus-Pandemie im vergangenen Jahr nicht vorgenommen werden. Gerade einmal elf Jahre war Franz Clemens alt, als ihn in der Nachbarschaft der damalige Alt-Trommler Josef Dohlen ansprach und fragte, ob er nicht auch im Trommlercorps mitmachen wolle.

Wie alles begann

Er wollte, und mit ihm einige seiner Klassenkameraden, die dafür sorgten, dass das Korps weiter wuchs. „Einen Tag haben wir Trommler allein geprobt, einen Tag die Flötenspieler und einmal der gesamte Verein“, erinnert er sich daran, wie alles begann. Doch diese Proben reichten ihm nicht, Franz Clemens übte zusätzlich im Stall, und später wurde er Ausbilder, der sein Wissen weitergab und das Trommelspiel vermittelte. Proberaum war dabei auch ab und an das eigene Wohnzimmer. Weit über 50 Jahre spielte er aktiv im Verein. Im Laufe der Jahre kam zum Trommlercorps die Fanfarengruppe hinzu, ehe der Verein den heutigen Namen „Blaskapelle Oidtweiler“ erhielt. Franz Clemens war dabei immer fest mit dem Verein verbunden. Als Vorstandsmitglied in verschiedenen Funktionen, als Ausbilder an der kleinen Trommel und nicht zuletzt als Korpsführer.

„Früher war das Vereinsleben ja noch intensiver als heute. Da war man neben den Proben an jedem Wochenende unterwegs, um auf einer Kirmes zu spielen.“

Franz Clemens, Musiker

Als Vorsitzender des Festausschusses über viele Jahre hinweg, war er verantwortlich für viele unvergessene Jubiläen, die der Verein mit den Oidtweiler Bürgern und Bürgerinnen gefeiert hat.

Immer mit dabei war seine Frau Gertrud, die das Hobby Musik vollkommen unterstützte. „Früher war das Vereinsleben ja noch intensiver als heute. Da war man neben den Proben an jedem Wochenende unterwegs, um auf einer Kirmes zu spielen. Und die Familie war dann immer mit dabei“, erinnert sich der 87-Jährige.

Und wer denkt, Franz Clemens sei den meist sehr jungen Mitgliedern im Verein nicht bekannt, der irrt. Denn bis heute nimmt Franz Clemens, so weit es ihm möglich ist, an Versammlungen teil und ist bekanntes und geschätztes Ehrenmitglied des Vereins. „Nur das Spielen an der Trommel, das geht natürlich nicht mehr“, sagt der Jubilar mit einem Lächeln.

Quelle: Aachener Zeitung (Günther von Fricken)

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